Thema Künstler­sozialversicherungs­gesetz

Künstler­sozialversicherungs­gesetz – Was ist das KSVG genau?

 

„Selbständige“ Tätigkeit als Kreativer bedeutet oft, dass aufgrund unregelmäßiger Verkäufe der Arbeitsergebnisse, seien es Gemälde, Texte oder andere Veröffentlichungen, der Geldeingang sich ebenso unregelmäßig auf dem Konto zeigt. Da das kreative Geschäft weitaus weniger planbar ist als eine Handelstätigkeit, wird die Frage der sozialen Absicherung gerne unterschätzt oder verdrängt. Anders als der „normale“ Unternehmer, der allein für seine private Absicherung zu sorgen hat, bietet sich mit dem Künstlersozialversicherungsgesetz die Möglichkeit einer paritätischen Absicherung ähnlich wie bei abhängig Beschäftigten. In die Künstlersozialkasse zahlen die Kreativen selbst 50 % der Beiträge, die andere Hälfte wird durch die Künstlersozialkasse erbracht.

Wie das im Einzelnen aussieht, wer berechtigt ist und wie sich die Leistungen gestalten, erfahren Sie hier genauer.


Die Situation jedes Kreativen hat sicher seine Besonderheiten, die nicht alle hier abgehandelt werden können. Deshalb helfen wir Ihnen als Mitglied von Freie Wildbahn e.V. persönlich: Rufen Sie uns an oder schicken eine E-Mail mit Ihrem speziellen Problem. Nichtmitglieder können wir gerne in einem Erstberatungsgespräch weiterhelfen.

Künstler­sozialversicherungs­gesetz – Einmalige Form der sozialen Absicherung für Kreative

Aufgrund der Erkenntnis, dass viele freischaffende Künstler und Publizisten bei Krankheit und im Alter nicht hinreichend abgesichert sind, ist im Jahr 1983 mit dem Künstlersozialversicherungsgesetz die Rechtsgrundlage geschaffen worden, diesen Personenkreis in die gesetzliche Sozialversicherung einzubeziehen. Gegen Armut im Alter, gegen mangelnde Gesundheitsversorgung, die nachweisbar viele Freischaffende bedrohen, wurden hier die Grundlagen gelegt, ähnliche Sicherheit zu schaffen, wie es bei den abhängig Beschäftigten seit Jahrzehnten der Fall ist. Seit den entsprechenden Untersuchungen durch Künstler-Enquete und Autorenreport im Jahre 1975 waren also acht lange Jahre vergangen, um dieses Gesetz auf den Weg zu bringen. Ähnlich wie bei der gesetzlichen Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung zahlt der Versicherte die Hälfte des Beitrags. Die Besonderheit der Finanzierung besteht darin, dass die Nutznießer und Auftraggeber der kreativen Arbeiten zu einem Beitrag herangezogen werden. Diese müssen einen prozentualen Anteil des jeweiligen Auftragswertes an die Künstlersozialkasse abführen. Das macht ca. 30 % des Beitragsvolumens aus, so dass die restlichen 20 % aus dem Steueraufkommen finanziert werden müssen. Ausführliche Infos können Sie bei uns bekommen.

Sie können sich gerne telefonisch oder per E-Mail an Freie Wildbahn e.V. wenden. Der persönliche Beratungsservice gilt nur für Mitglieder. Bei Fragen einer Mitgliedschaft vereinbaren Sie am besten mit uns ein Erstgespräch.


Künstlersozialversicherungsgesetz

Wer ist zugangsberechtigt laut Künstlersozial­versicherungs­gesetz?

Aufgrund des Künstlersozial­versicherungs­gesetz ist ein Katalog der Tätigkeiten festgelegt worden, die unter die Geltung des Gesetzes fallen. Neben einer allgemeinen Definition künstlerischer und publizistischer Tätigkeiten kommt es darauf an, dass eine hauptberufliche freie Tätigkeit besteht. Eine etwaige Nebenbeschäftigung reicht da nicht aus, weil man davon ausgeht, dass Sozial­versicherungs­pflicht über die Haupttätigkeit besteht. Aber auch hier kann eine Prüfung der Sachlage vorteilhaft sein, da die freie zusätzliche Tätigkeit Renten­versicherungs­pflicht hervorrufen kann.



Dabei trägt die Künstlersozialkasse dann 50% der Renten­versicherungs­beiträge. Der Katalog umfasst eine ganze Reihe entsprechender Tätigkeiten von A – Z, die weit über das enge Verständnis („Maler und Schriftsteller“) hinausgeht: Neben dem Aktionskünstler kann der Comiczeichner die Bedingungen ebenso erfüllen wie der Kabarettist oder der Web-Designer. Diese Tätigkeiten müssen allerdings selbständig für einzelne Auftraggeber und mit höchstens einem sozialversicherungspflichtigen angestellten Mitarbeiter ausgeübt werden. Wer etwa eine GmbH oder eine Kommanditgesellschaft gegründet hat, ist aus dem Kreis der Berechtigten zunächst ausgeschlossen. Als z. B. Art-Direktor und Gesellschafter-Geschäftsführer einer Werbeagentur GmbH kann eine Versicherungspflicht nach dem KSVG aber sehr wohl vorliegen und auch vorteilhaft sein. Sind Sie unsicher, ob Sie zu den Berechtigten gehören könnten? Dann fragen Sie uns. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Ihnen umfassende Hilfestellung zu geben, damit Sie sich auf den kreativen Prozess konzentrieren können. Telefonisch oder per Email antworten wir schnell und kompetent. Der persönliche Beratungsservice gilt nur für Mitglieder. Bei Fragen einer Mitgliedschaft vereinbaren Sie am besten mit uns ein Erstgespräch.

Wer ist zuständig und wie erhalten Sie die Leistungen der Künstler­sozial­versicherung?

Für die Beitragserhebung ist die Künstler­sozial­kasse in Wilhelmshaven zuständig. Dort muss auch Ihre Mitgliedschaft beantragt werden. Um die Wirksamkeit der Vorgaben des Künstler­sozialversicherungs­gesetzes zu erhöhen, wurde die Prüfung der rechtzeitigen und vollständigen Meldung und Entrichtung der Künstler­sozialabgabe seit dem Jahr 2007 der Deutschen Rentenv­ersicherung übertragen, da diese eh regelmäßigen Betriebsprüfungen durchführt. Die Künstlersozialkasse erbringt selbst keine Leistungen, sondern führt die erhobenen Beiträge an die entsprechenden Zweige der Sozialversicherung weiter. Diese erbringen dann gegenüber den Versicherten die gleichen Leistungen wie bei der Mehrzahl der versicherten Arbeitnehmer, also Übernahme von Krankheits- und Pflegekosten, Rentenzahlungen oder Maßnahmen zur Rehabilitation. Wie das im Einzelnen läuft und was es zu beachten gilt, erfahren Sie bei uns. Für Mitglieder stehen wir telefonisch oder per Email für Ihre Fragen zur Verfügung. Falls Sie noch kein Mitglied unseres Vereins sind, können wir gerne ein Erstberatungsgespräch mit Ihnen vereinbaren.



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