Thema KSK-Prüfung

KSK-Prüfung der Versicherten: Meldung des tatsächlichen Arbeitseinkommens für vier Jahre

 

Neben der alljährlichen Meldung des voraussichtlichen Einkommens für das kommende Jahr erhalten auch 2017 wieder ca. 10.000 KSK-Versicherte die Aufforderung, Einkommensteuerbescheide vergangener Jahre zu Prüfzwecken vorzulegen. Bis Ende 2004 gab es kaum derartige Überprüfungen. Seit 2005 hat der Gesetzgeber die KSK aber verpflichtet, jährlich mindestens 5% der Versicherten zu prüfen.

Die KSK-Prüfung dient zunächst der Klärung, inwieweit der Versicherte sein Einkommen korrekt gemeldet hat und zum anderen ob der KSK-Versicherte seiner generellen Informationspflicht über Veränderungen, wie beispielsweise den Tätigkeitsbereichen, nachgekommen ist.


Sie haben vor einer KSK-Prüfung zu wenig angegeben?

Wer anlässlich einer KSK-Prüfung nun Zweifel bekommt, welche Auswirkungen die Vorlage der von der Künstlersozialkasse gewünschten Angaben haben wird, sollte sich fachmännischen Rat einholen und dabei besser nicht auf Ergebnisse von Internetrecherchen oder Ratschläge von Kollegen und Bekannten verlassen. Zum Thema gibt es neben einigen wenigen fachlich korrekten Informationen wesentlich mehr gefährliches Halbwissen aus zweiter, dritter oder vierter Hand. Ob diese Informationen dann der individuellen Situation gerecht werden, darf erfahrungsgemäß stark bezweifelt werden. Wir raten dringend dazu, sich bei einer Prüfung durch die KSK Expertenrat einzuholen!

Wir beraten Interessierte immer individuell und umfassend zur KSK-Prüfung und helfen Ihnen auch gerne bei einer erforderlichen Argumentation gegenüber der KSK. Entscheidend ist dabei die vorliegende Sachlage. Auch wenn in der Regel keine Beitragsnachforderungen erhoben werden, können Neugierige mit dem KSK-Beitragsrechner genau ermitteln, wie hoch Beiträge der Vergangenheit gewesen wären und nun in Zukunft ausfallen werden. Die KSK wird nach der Prüfung die Beiträge in jedem Fall an den Zahlen der Vergangenheit festlegen und dem Versicherten zunächst keine "vorsichtige" Schätzung mehr zugestehen.

 

KSK-Prüfung: KSK-Beitragsrechner

 

 

Welche Faktoren gefährden bei einer KSK-Prüfung meine KSK-Mitgliedschaft?

 

  • Viele stellen sich die Frage: "KSK-Bußgeld – wie hoch fällt es aus?" Ergeben sich bei der Gegenüberstellung von gemeldetem Einkommen und dem Ergebnis laut Steuerbescheid größere Unterschiede, stehen evtl. detailliertere Prüfungen an. Wenn gar der Verdacht einer bewussten oder planmäßigen Falschangabe in Betracht kommt, stehen Bußgelder bis zu € 5.000.- im Raum. Nachforderungen stehen hingegen grundsätzlich nicht zur Disposition!
  • Ausschluss aus der KSK steht an, wenn das Mindesteinkommen von € 3.900.- innerhalb von 6 Jahren mehr wie zwei Mal unterschritten wurde. 
  • Verlust der Krankenversicherungspflicht kann das Ergebnis einer KSK-Prüfung zur Folge haben. Wurde mehr als € 5.400.- mit selbständigen Tätigkeiten und/oder einem Minijob erzielt? In diesem Fall wird die KSK weiterhin Beiträge für die Rentenversicherung fordern und zusätzlich wird die Krankenkasse freiwillige Krankenversicherungsbeiträge von € 400.- aufwärts fordern.
  • Privat Versicherten droht die Rückforderung des Beitragszuschusses zur privaten Krankenversicherung, sofern die Schätzung höher war als der Steuerbescheid aussagt. Hier geht es schnell um vierstellige Beträge und die KSK wird in diesen Fällen zu viel Gezahltes zurückfordern.

 


 

Welche Vorteile haben realistische Angaben zum Einkommen bei einer KSK-Prüfung?

Wir empfehlen daher eine regelmäßige Überprüfung der eigenen Meldung und eine Korrektur der Gewinneinschätzung im laufenden Jahr. Dazu gehört sicherlich etwas Disziplin und eine aktuelle Buchhaltung, was z. B. durch unseren optionalen Buchführungsservice gewährleistet werden kann. Mitglieder nutzen diese beliebte Option gerne und beugen somit dem möglichen Zusatzstress einer KSK-Prüfung vor.

Die KSK-Prüfung wird den Versicherten in der Regel von Ende September bis Ende Februar des folgenden Jahres begleiten. Ständig das Damoklesschwert KSK-Prüfung und die Ungewissheit zum Ergebnis der KSK-Prüfunug über sich zu spüren sollte keine Option sein. Jeder weiß, dass man in diesen ca. 5 Monaten für wesentlich wichtigere und angenehmere Ereignisse nutzen sollte. Daneben zusammengefasst die wesentlichen Vorteile einer realistischen Einkommensprognose bei der KSK:

 

  • Dauerhaft zu niedrige Angaben verschlechtern zwar nicht die Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung, aber die Beitragseinnahmen der gesetzlichen Krankenkassen.
  • Der Gesamtbeitrag, der an die KSK für Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung geleistet werden muss, ist in der Regel nur unwesentlich höher als der Beitrag für freiwillig Versicherte, die ausschließlich krankenversichert sind und kein „Krankengeld“ oder „Mutterschutzleistungen“    erhalten.
  • Es entsteht ein zusätzlicher Rentenanspruch, der einem Selbständigen zur Hälfte finanziert wird.
  • Eine Diskussion über die Höhe der gesetzlichen Rente ist dadurch absolut unnötig.
  • Sinn der Künstlersozialkasse ist nicht nur die "günstige Krankenversicherung", sondern auch die Altersvorsorge durch die gesetzliche Rentenversicherung.
  • Durch diese Beiträge erwirkt der Versicherte auch Kur- und Reha-Leistungen, die durch die gesetzliche Rentenversicherung finanziert werden.
  • Wer krank wird und längere Zeit nicht arbeiten kann, erhält als KSK-versicherter Selbständiger auch "Krankengeld". Bemessungsgrundlage ist aber das der KSK gemeldete Einkommen!
  • Werdende Mütter erhalten in den Mutterschutzzeiten Leistungen der Krankenkasse. Die Höhe orientiert sich am gemeldeten Einkommen!

 

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