Montag, 31. Oktober 2016

KSK-Mitgliedschaft auch für Tanzpädagogen moderner Tanzformen

Wenn Sie erst einmal von der Künstlersozialkasse (KSK) als selbständiger Künstler anerkannt sind, genießen Sie zahlreiche Vorzüge Ihrer KSK-Mitgliedschaft.

Eine Tanzpädagogin unterrichtete an verschiedenen Einrichtungen Hip Hop, Jazzdance und andere moderne Tanzrichtungen. Ihrem Antrag, in der Künstlersozialkasse aufgenommen zu werden, wollte die KSK zunächst nicht entsprechen. Man legte das Künstlersozialversicherungsgesetz derart aus, dass nur wer darstellende Kunst ausübt, kreiert oder lehrt, in der KSK versichert werden darf.
Allerdings wollte das Bundessozialgericht dieser Auffassung nicht folgen. Eine Unterscheidung nach verschiedenen Tanzstilen sei nicht zulässig – so das BSG. Entscheidend sei der Schwerpunkt der Tätigkeit und nicht die Art des Tanzes. Denn weder das Training noch die sportliche Fitness stünden bei der Arbeit der Tanzlehrerin nach Ansicht des BSG im Vordergrund. Vielmehr vermittle die Tanzpädagogin die Fähigkeit zur Darbietung von Bühnenpräsentationen – was als Lehrtätigkeit in dem Bereich der darstellenden Kunst einzuordnen sei. Die Arbeit der Tanzpädagogin wurde deswegen als künstlerisch anerkannt. Somit muss sie folglich über die Künstlersozialkasse versichert werden (BSG, B 3 KS 3/14 R). Mit dieser Entscheidung wurde ein Urteil des Sozialgerichtes Köln aus früherer Instanz (L 5 KR 249/12) bestätigt.

Sehen Sie hier den Verlauf der Diskussion im Fachforum von Tanznetz vor, während und nach dem Urteil des Bundessozialgerichtes: http://www.tanznetz.de/forum/thread/14046/ablehnung-tanzpadagogik-ksk-wer-kann-helfen

Die Erfahrung hat allerdings immer wieder gezeigt, dass die Künstlersozialkasse auf Grund solcher Urteile nicht gleich sämtliche „Schleusen“ öffnet und die Aufnahme in die KSK damit automatisch zu einem „Kinderspiel“ wird. Eine besondere Gefahr droht nämlich, wenn der KSK-Antrag erfolglos bleibt und man als freier Pädagoge nicht in die Künstlersozialkasse aufgenommen wird. Häufig meldet sich dann die deutsche Rentenversicherung und prüft die Versicherungspflicht als selbständiger Lehrer. Wird die Rentenversicherungspflicht festgestellt, werden die Beiträge bis zu 60 Monate rückwirkend erhoben und das zum vollen Satz, sofern € 450,- an monatlichem Einkommen überschritten wurde. Daher kann ein seriöser Rat nur lauten, sich vorher fachkundig zur immer individuellen Sachlage und den auch immer individuellen Erfolgschancen eines KSK-Antrages beraten zu lassen.



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