Versicherung

KSK und Krankengeld: Antworten auf häufige Fragen aus der Praxis

Detlef Husemann • 3. Oktober 2024

Wer über die Künstlersozialkasse gesetzlich krankenversichert ist und länger arbeitsunfähig wird, hat grundsätzlich Anspruch auf Krankengeld. In der Praxis entstehen jedoch schnell Fragen: Wer zahlt das Krankengeld? Welches Einkommen wird für die Berechnung verwendet? Muss die KSK informiert werden? Und was passiert bei mehreren Erkrankungen?


Diese Fragen erreichen uns regelmäßig in der Beratung. Hier beantworten wir die wichtigsten davon kompakt und verständlich.

Eine Frau, in eine Decke gehüllt, sitzt auf einem Sofa und hält eine Tasse in der Hand

Bei längerer Arbeitsunfähigkeit entstehen häufig Fragen zu Krankengeld, Meldungen und KSK-Beiträgen.

Fazit: Das Krankengeld wird nicht von der KSK, sondern von Deiner gesetzlichen Krankenkasse gezahlt. Der reguläre Anspruch beginnt für KSK-versicherte Selbstständige grundsätzlich mit der siebten Woche der Arbeitsunfähigkeit. Die Krankenkasse berechnet die Leistung und prüft den konkreten Anspruch. Sobald Du Krankengeld erhältst, solltest Du auch die KSK informieren.

Wer zahlt das Krankengeld – die KSK oder die Krankenkasse?

Das Krankengeld wird von Deiner gesetzlichen Krankenkasse gezahlt. Die KSK ist nicht für die Bewilligung oder Auszahlung zuständig.


Deine Krankenkasse prüft unter anderem:

  • ob ein Anspruch besteht,
  • wann die Zahlung beginnt,
  • welche Arbeitsunfähigkeitszeiten berücksichtigt werden,
  • wie hoch das Krankengeld ausfällt,
  • welche Nachweise noch benötigt werden.



Fragen zum konkreten Leistungsanspruch solltest Du deshalb direkt mit Deiner Krankenkasse klären.

Ab wann erhalten KSK-Versicherte Krankengeld?

Für selbstständige Künstlerinnen und Publizistinnen, die nach dem KSVG gesetzlich krankenversichert sind, beginnt der reguläre Krankengeldanspruch grundsätzlich mit der siebten Woche der Arbeitsunfähigkeit, also ab dem 43. Tag.


Für die ersten sechs Wochen gibt es bei Selbstständigen keine Lohnfortzahlung durch einen Arbeitgeber. Diese Zeit muss daher anderweitig finanziell überbrückt werden.


Einige Krankenkassen bieten gegen einen zusätzlichen Beitrag einen Wahltarif mit einem früheren Leistungsbeginn an. Beginn, Beitrag, Wartezeit und Leistungsumfang unterscheiden sich je nach Krankenkasse und Tarif.


Mehr zu dieser grundsätzlichen Absicherung erklären wir im Artikel Krankengeld für Künstler: Absicherung bei Arbeitsunfähigkeit.

Wie wird die Höhe des Krankengeldes berechnet?

Das Krankengeld beträgt grundsätzlich 70 Prozent des regelmäßigen Arbeitseinkommens.


Berücksichtigt wird höchstens das Einkommen, nach dem in den zwölf Kalendermonaten vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit Krankenversicherungsbeiträge gezahlt wurden.


Dabei spielt die Einkommensprognose eine wichtige Rolle, die Du der KSK für die Berechnung Deiner Beiträge gemeldet hast. Ein aktuell höherer tatsächlicher Gewinn führt deshalb nicht automatisch zu einem entsprechend höheren Krankengeld.


Die verbindliche Berechnung übernimmt Deine Krankenkasse. Von der Leistung werden grundsätzlich noch Beiträge zur Renten- und Pflegeversicherung einbehalten.

Muss ich den Krankengeldbezug selbst bei der KSK melden?

Ja. Verlasse Dich nicht ausschließlich darauf, dass Krankenkasse und KSK alle Informationen rechtzeitig automatisch austauschen.


Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gehört zunächst zur Krankenkasse. Sobald Du tatsächlich Krankengeld erhältst, benötigt die KSK eine Bescheinigung Deiner Krankenkasse über den Beginn und gegebenenfalls die Dauer des Leistungsbezugs.


Die KSK stellt dafür das Formular „Mitteilung wegen Krankheit/Arbeitsunfähigkeit mit Bezug von Krankengeld“ bereit.

Warum werden weiterhin KSK-Beiträge abgebucht?

Während des tatsächlichen Bezugs von gesetzlichem Krankengeld bist Du gegenüber der KSK in der Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung beitragsfrei.


Die reine Arbeitsunfähigkeit reicht dafür noch nicht aus. Entscheidend ist, dass Du Krankengeld beziehst und die KSK darüber informiert wurde.



Erhält die KSK die notwendige Bescheinigung verspätet, können Beiträge zunächst weiter eingezogen werden. Zu viel gezahlte Beiträge können gegebenenfalls nachträglich erstattet werden.

Wichtig: Prüfe bei laufendem Krankengeldbezug Dein Beitragskonto und kläre ungewöhnliche Abbuchungen zeitnah mit der KSK.

Werden mehrere Arbeitsunfähigkeitszeiten zusammengerechnet?

Mehrere Arbeitsunfähigkeitszeiten können unter bestimmten Voraussetzungen zusammengerechnet werden, insbesondere wenn sie auf derselben Erkrankung beruhen.


Ob einzelne Zeiträume zusammengehören und wann dadurch der Krankengeldanspruch beginnt, prüft die jeweilige Krankenkasse. Eine pauschale Antwort ist ohne Kenntnis des konkreten Verlaufs nicht möglich.


Reiche deshalb alle Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen vollständig ein und vermeide ungeklärte Lücken zwischen den Bescheinigungen.

Beginnt bei einer neuen Diagnose eine neue Bezugsdauer?

Nicht automatisch.


Tritt während einer bereits bestehenden Arbeitsunfähigkeit eine weitere Erkrankung hinzu, verlängert dies die maximale Leistungsdauer grundsätzlich nicht.


Ob tatsächlich eine neue, eigenständige Arbeitsunfähigkeit vorliegt oder Zeiten zusammengerechnet werden, entscheidet die Krankenkasse anhand des konkreten Verlaufs.



Lass Dir die Entscheidung schriftlich erklären, wenn die Krankenkasse mehrere Zeiträume oder Diagnosen zusammenfasst.

Wie lange kann Krankengeld gezahlt werden?

Wegen derselben Krankheit wird Krankengeld grundsätzlich für höchstens 78 Wochen innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren gezahlt. Dieser Zeitraum wird vom Beginn der Arbeitsunfähigkeit an gerechnet.


Wenn sich ein längerer Krankheitsverlauf abzeichnet, solltest Du frühzeitig mit Deiner Krankenkasse klären:


  • wann Dein Anspruch voraussichtlich endet,
  • welche Zeiten angerechnet werden,
  • welche weiteren Leistungen infrage kommen,
  • wie sich das Ende des Krankengeldes auf Deinen Versicherungsstatus auswirkt.

Was passiert nach dem Krankengeldbezug?

Endet der Krankengeldbezug und besteht Deine Versicherungspflicht nach dem KSVG weiterhin, setzt die KSK Deine Beitragspflicht grundsätzlich wieder fort. Die KSK informiert Dich normalerweise über den Wiedereintritt der Beitragspflicht.


Informiere die KSK trotzdem, wenn Du wieder arbeitsfähig bist oder sich Deine berufliche Situation während der Erkrankung verändert hat.

Deine praktische Checkliste

  1. Lass Deine Arbeitsunfähigkeit ärztlich feststellen.
  2. Stelle sicher, dass die Krankenkasse alle Nachweise erhalten hat.
  3. Frage die Krankenkasse nach Beginn, Höhe und voraussichtlicher Dauer des Krankengeldes.
  4. Sende der KSK die Bescheinigung über Deinen tatsächlichen Krankengeldbezug.
  5. Prüfe Deine Kontoauszüge und Beitragsbescheide.
  6. Bewahre alle Schreiben und Entscheidungen vollständig auf.
  7. Kläre Unstimmigkeiten möglichst schriftlich.

Wichtig: Die Krankenkasse entscheidet über den individuellen Anspruch, die Berechnung und die Zusammenrechnung von Arbeitsunfähigkeitszeiten. Die KSK benötigt dagegen die Information über den tatsächlichen Krankengeldbezug, damit Deine Beitragspflicht korrekt behandelt werden kann.


Bei unständigen Beschäftigungen können zusätzliche Besonderheiten entstehen. Dazu findest Du weitere Informationen im Artikel KSK und die unständige Beschäftigung – soziale Absicherung im Krankheitsfall.

Du hast Fragen zu Deinem KSK-Versicherungsstatus?


Wenn Du unsicher bist, wie sich eine längere Erkrankung, ein Krankengeldbezug oder eine Veränderung Deiner Tätigkeit auf Deinen KSK-Status auswirkt, kannst Du Deine Situation mit Freie Wildbahn besprechen.

Häufige Fragen zu KSK und Krankengeld

  • Zahlt die KSK mein Krankengeld?

    Nein. Das Krankengeld wird von Deiner gesetzlichen Krankenkasse bewilligt und ausgezahlt.


  • Bekomme ich während der ersten sechs Wochen Krankengeld?

    Im regulären gesetzlichen Anspruch grundsätzlich nicht. Ein früherer Beginn kann über einen zusätzlichen Wahltarif Deiner Krankenkasse möglich sein.


  • Muss ich während des Krankengeldbezugs KSK-Beiträge zahlen?

    Während des tatsächlichen Bezugs von gesetzlichem Krankengeld besteht gegenüber der KSK grundsätzlich Beitragsfreiheit. Die KSK benötigt dafür eine entsprechende Bescheinigung.


  • Wird mein tatsächliches aktuelles Einkommen berücksichtigt?

    Maßgeblich ist grundsätzlich das regelmäßige Arbeitseinkommen, höchstens jedoch das Einkommen, auf dessen Grundlage in den zwölf Kalendermonaten vor der Arbeitsunfähigkeit Krankenversicherungsbeiträge gezahlt wurden. Die konkrete Berechnung erfolgt durch die Krankenkasse.


  • Muss ich meine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung an die KSK schicken?

    Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist für die Krankenkasse bestimmt. Die KSK benötigt die Information beziehungsweise Bescheinigung über den tatsächlichen Krankengeldbezug.

  • Werden verschiedene Diagnosen zusammengerechnet?

    Das hängt vom zeitlichen und medizinischen Verlauf ab. Die Prüfung und Entscheidung übernimmt Deine Krankenkasse.

  • Wo beantrage ich Krankengeld?

    Ansprechpartner ist Deine gesetzliche Krankenkasse. Sie prüft den Anspruch, die notwendigen Nachweise und die konkrete Leistungshöhe.

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