Künstlersozialkasse

Weniger KSK-Versicherte: Was bedeutet der Rückgang für die Kreativbranche?

Detlef Husemann • 3. April 2025
Eine Frau, in eine Decke gehüllt, sitzt auf einem Sofa und hält eine Tasse in der Hand

Selbstständige können je nach konkreter künstlerischer Tätigkeit unter den Versicherungsschutz der Künstlersozialkasse fallen.

3. April 2025 · Aktualisiert am 26. August 2026

Fazit
Weniger KSK-Versicherte – aber kein Beweis für das Ende des Kreativbooms


Die Entwicklung ist inzwischen deutlich: Von 193.951 KSK-Versicherten Anfang 2022 sank die Zahl auf 183.383 Anfang 2026. Das entspricht einem Rückgang von rund 5,4 Prozent innerhalb von vier Jahren.


Gleichzeitig entwickeln sich die einzelnen künstlerischen und publizistischen Bereiche unterschiedlich. Der Rückgang der KSK-Versichertenzahlen ist deshalb nicht gleichbedeutend mit einem Rückgang der gesamten Kreativbranche.


Die spannendere Frage lautet mittlerweile weniger, ob die Kreativbranche ihren „Peak“ erreicht hat, sondern warum sich die Zahl der über die KSK abgesicherten Selbstständigen verändert – und wie sich diese Entwicklung in den kommenden Jahren fortsetzt.


Die Zahl der über die Künstlersozialkasse (KSK) abgesicherten selbstständigen Künstler:innen und Publizist:innen sinkt weiter.


Zum 1. Januar 2026 waren bundesweit 183.383 Personen über die Künstlersozialversicherung versichert. Anfang 2024 waren es noch 191.099.



Damit hat sich die Entwicklung, über die wir bereits 2025 berichtet haben, fortgesetzt. Doch bedeutet das tatsächlich, dass die kreative Branche schrumpft?

Zahl der KSK-Versicherten sinkt seit mehreren Jahren

Die aktuellen Zahlen der Künstlersozialkasse zeigen eine klare Entwicklung:


  • 2022: 193.951 Versicherte
  • 2023: 192.573 Versicherte
  • 2024: 191.099 Versicherte
  • 2025: 186.592 Versicherte
  • 2026: 183.383 Versicherte


Zwischen Anfang 2022 und Anfang 2026 sank die Zahl damit um 10.568 Versicherte beziehungsweise rund 5,4 Prozent.


Besonders deutlich war der Rückgang von 2024 auf 2025: Innerhalb eines Jahres sank die Zahl um mehr als 4.500 Versicherte.


Was in der ursprünglichen Fassung dieses Artikels noch die Frage nach einer möglichen Trendwende aufwarf, lässt sich heute klarer einordnen: Der Rückgang der KSK-Versichertenzahlen hat sich über mehrere Jahre fortgesetzt.

Nicht alle künstlerischen Bereiche entwickeln sich gleich

Ein Blick auf die einzelnen Tätigkeitsbereiche zeigt allerdings, dass sich hinter der Gesamtzahl unterschiedliche Entwicklungen verbergen.


Zum 1. Januar 2026 waren bei der KSK versichert:


  • Bildende Kunst: 64.568 Personen
  • Musik: 50.588 Personen
  • Wort: 36.057 Personen
  • Darstellende Kunst: 32.170 Personen

Besonders auffällig ist der Bereich Wort. Dort sank die Zahl von 39.804 Versicherten Anfang 2023 auf 36.057 Anfang 2026.

Auch in der Musik und der bildenden Kunst sind die Versichertenzahlen zurückgegangen.


Anders sieht es bei der darstellenden Kunst aus: Hier waren Anfang 2023 31.796 Personen versichert, Anfang 2026 dagegen 32.170.



Der allgemeine Rückgang lässt sich deshalb nicht gleichermaßen auf alle Bereiche der Kreativbranche übertragen.

Hat die kreative Branche ihren Peak erreicht?

Genau diese Frage haben wir in der ursprünglichen Fassung dieses Artikels vom April 2025 gestellt.


Mit den neuen Zahlen wissen wir heute zumindest: Der Rückgang bei den KSK-Versicherten war keine kurzfristige Entwicklung eines einzelnen Jahres.


Daraus lässt sich allerdings nicht automatisch ableiten, dass die gesamte deutsche Kreativbranche schrumpft oder ihren wirtschaftlichen Höhepunkt bereits überschritten hat.


Die KSK-Statistik erfasst selbstständige Künstler:innen und Publizist:innen, die nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) versichert sind. Sie misst nicht die gesamte Beschäftigung oder Wirtschaftsleistung der deutschen Kultur- und Kreativwirtschaft.


Auch Veränderungen der Erwerbssituation können für KSK-Versicherte eine Rolle spielen. Wer beispielsweise neben seiner künstlerischen oder publizistischen Tätigkeit weitere Einkünfte erzielt, muss unterschiedliche sozialversicherungsrechtliche Regeln beachten.


Mehr dazu erklären wir in unserem Beitrag KSK und Fremdeinkommen: Was passiert bei Nebenjob oder zusätzlicher Selbstständigkeit?


Die Versichertenzahlen zeigen daher vor allem eines: Die Struktur der über die KSK abgesicherten selbstständigen Kunst- und Publizistikszene verändert sich. Welche Faktoren den Rückgang im Einzelnen verursachen, lässt sich aus der Statistik allein jedoch nicht bestimmen.

KSK seit 2025 unter dem Dach der Knappschaft-Bahn-See

Auch organisatorisch hat sich seit der ursprünglichen Veröffentlichung dieses Artikels etwas verändert.


Seit dem 1. Januar 2025 gehört die Künstlersozialkasse zum Verbundsystem der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (KBS).


Die KSK bleibt in Wilhelmshaven und weiterhin erste Ansprechpartnerin für Fragen rund um die Künstlersozialversicherung und die Künstlersozialabgabe.


Mit dem Trägerwechsel soll die Künstlersozialkasse insbesondere für die Herausforderungen der Digitalisierung und die zukünftige Entwicklung der Sozialversicherung besser aufgestellt werden.



Damit korrigieren wir zugleich eine Angabe aus der ursprünglichen Fassung dieses Artikels: Dort war der Trägerwechsel irrtümlich mit Januar 2024 angegeben. Richtig ist der 1. Januar 2025.


Wer sich grundsätzlich darüber informieren möchte, wie die Künstlersozialversicherung funktioniert und für wen sie infrage kommt, findet weitere Informationen in unserem Bereich Künstlersozialkasse.

Du bist selbstständig kreativ tätig und unsicher, ob die KSK für Dich infrage kommt?


Ob Deine Tätigkeit über die Künstlersozialversicherung abgesichert werden kann, hängt nicht allein von der Berufsbezeichnung ab, sondern vor allem davon, welche künstlerische oder publizistische Tätigkeit Du tatsächlich selbstständig und erwerbsmäßig ausübst.


In unserer KSK-Beratung klären wir, wie Deine persönliche Situation einzuschätzen ist.

Häufige Fragen zu den KSK-Versichertenzahlen

  • Wie viele Menschen sind 2026 über die KSK versichert?

    Zum 1. Januar 2026 waren 183.383 Künstler:innen und Publizist:innen über die Künstlersozialversicherung versichert.

  • Sinkt die Zahl der KSK-Versicherten?

    Ja. Anfang 2022 waren 193.951 Personen versichert, Anfang 2026 noch 183.383. Das entspricht einem Rückgang von rund 5,4 Prozent innerhalb von vier Jahren.


  • Welche künstlerischen Bereiche sind vom Rückgang betroffen?

    Die Entwicklung unterscheidet sich je nach Tätigkeitsbereich. Rückgänge zeigen sich unter anderem in den Bereichen Wort, Musik und bildende Kunst. Die Zahl der Versicherten in der darstellenden Kunst lag Anfang 2026 dagegen leicht über dem Stand von Anfang 2023.

  • Bedeutet der Rückgang, dass die Kreativbranche schrumpft?

    Nicht zwangsläufig. Die KSK-Statistik zeigt, wie viele selbstständige Künstler:innen und Publizist:innen nach dem KSVG versichert sind. Sie bildet nicht die gesamte deutsche Kultur- und Kreativwirtschaft ab.


  • Seit wann gehört die KSK zur Knappschaft-Bahn-See?

    Seit dem 1. Januar 2025 gehört die Künstlersozialkasse zum Verbundsystem der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See. Für Versicherte und abgabepflichtige Unternehmen ergaben sich durch den Trägerwechsel laut KSK nur minimale Änderungen.










Quellen und weiterführende Informationen



Das könnte Sie auch interessieren

Ähnliche Beiträge

Selbstständige Künstlerin organisiert kreative Arbeit und weitere Einkünfte bei KSK, Nebenjob und zu
von Detlef Husemman • 1. September 2026
KSK und Fremdeinkommen: Was gilt bei Nebenjob oder zusätzlicher Selbstständigkeit? Erfahre, wann Dein KSK-Versicherungsschutz bestehen bleibt.
Mann am Schreibtisch mit Laptop und Unterlagen, darüber schwebende Finanz- und Gesundheitsicons vor
von Detelef Husemann • 26. August 2026
Seit 2023 können ehemals von der GKV-Pflicht befreite KSK-Versicherte wieder einen Zuschuss zur freiwilligen GKV erhalten. Der Beitrag erklärt die Änderung.
Infografik „Wichtige Änderungen im KSVG“ mit vier farbigen Karten zu Neuheiten und Fristen in Rot, Grün, Blau und Orange
von Marlon Rother • 5. August 2026
Was hat sich durch die KSVG-Reform geändert? Erfahre, was bei Hinzuverdienst, Krankenversicherung, Zuschüssen und KSK-Prüfungen neu ist.

Persönliche Einordnung

Du möchtest Deine Situation verlässlich klären?

Wir unterstützen Dich bei Fragen zur Künstlersozialversicherung und zum weiteren Vorgehen.